Kabelzugturm und Kraftmaschinen mit markierten Sicherheitszonen im Studio
Bild: Bewegungsbetriebe

Trainingsbetriebe

Wie wähle ich die richtigen Trainingsgeräte für mein Studio aus?

Trainingsgeräte auswählen: Kriterien von Zielgruppe und Platzbedarf bis DIN EN ISO 20957, Anbieter, Preise und Wartung für Fitnessstudios im Überblick.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Auswahl folgt der Mitgliederstruktur und dem Trainingskonzept, nicht dem Katalog eines einzelnen Anbieters.
  • Pro Kardio-Gerät sind 3,5 bis 5 Quadratmeter inklusive Sicherheitszone einzuplanen.
  • DIN EN ISO 20957 regelt die Gerätesicherheit, die Betriebssicherheitsverordnung die Prüfpflichten im Betrieb.
  • Ein Studio-Laufband beginnt bei rund 2.500 Euro netto, die Mittelklasse liegt bei 6.000 bis 12.000 Euro netto.
  • Wartungsvertrag, Ersatzteile für acht bis zehn Jahre und Trainerschulung gehören in die Kaufentscheidung.

Zielgruppe und Trainingskonzept zuerst

Wer trainiert in Ihrem Haus? Ein Innenstadtstudio mit Berufstätigen zwischen 30 und 50 Jahren braucht andere Schwerpunkte als ein Verein mit jugendlichen Athleten oder ein Betrieb mit Präventionskursen. Die Mitgliederstruktur entscheidet über Gerätetypen, Bedienkomfort und Preisklasse.

Werten Sie die Daten der letzten zwölf Monate aus: Alter, Trainingsziele, Kursbelegung und Spitzenzeiten. Diese Zahlen zeigen, wie viele Laufbänder, Kraftmaschinen und freie Gewichte Sie tatsächlich benötigen. Bauchgefühl führt hier regelmäßig zu Fehlinvestitionen.

Bei einem Rückenzirkel dominieren geführte Maschinen. Bei Mannschaftssportlern und Kraftsportlern stehen Hantelbänke, Racks und Plattformen im Vordergrund. Ein gemischtes Publikum verlangt von allem etwas, aber in klar definierten Mengen.

Prüfen Sie außerdem, ob Kurse, Zirkeltraining oder medizinische Angebote geplant sind. Elektronisch gesteuerte Zirkel, etwa von egym aus München, arbeiten mit Trainingskarte und Auswertung und passen zur Nachbetreuung nach einer Rehabilitation.

Für Präventionskurse nach § 20 SGB V gelten zusätzliche Anforderungen an Qualifikation und Konzept. Das beeinflusst die Entscheidung, ob Sie Geräte mit Dokumentationsfunktion oder klassische Maschinen anschaffen.

Kardio, Kraft und Funktion richtig mischen

Für ein gemischtes Publikum hat sich eine Aufteilung von 40 bis 50 Prozent Kardiofläche, 30 bis 40 Prozent Kraftmaschinen und 15 bis 25 Prozent Freihantel- und Funktionsfläche bewährt. Diese Werte sind eine Planungsannahme, kein Naturgesetz.

Flächenaufteilung im Studio

  • Kardiofläche40
  • Kraftmaschinen30
  • Freihantel- und Funktionsfläche15

Im Kardiobereich decken Laufband, Crosstrainer, Fahrradergometer, Rudergerät und Sitzergometer unterschiedliche Bedürfnisse ab. Wer ausschließlich Laufbänder aufstellt, verliert Mitglieder mit Knie- oder Rückenproblemen an Wettbewerber.

Bei Kraftmaschinen lohnt der Blick auf Bewegungsmuster: Beinpresse, Beinstrecker, Beinbeuger, Brustpresse, Latzug, Ruderzug und Schulterpresse bilden die Grundausstattung. Kabelzugtürme erhöhen die Übungsvielfalt erheblich.

Eine kleine Funktionsfläche mit Kettlebells, Medizinbällen, Gurten und Matten kostet wenig Geld. Sie erweitert das Kursangebot und macht das Studio für jüngere Mitglieder attraktiver.

Planen Sie die Belegung in der Spitzenzeit zwischen 17 und 19 Uhr. Rechnen Sie mit einer Auslastung von rund 70 Prozent, damit keine Warteschlangen entstehen und die Geräte geschont werden.

Platzbedarf und Sicherheitszonen

Zeichnen Sie den Grundriss, bevor Sie Angebote einholen. Stellen Sie jedes Gerät maßstabsgerecht ein und markieren Sie Bewegungs-, Sicherheits- und Verkehrsflächen. Engstellen erkennen Sie so frühzeitig, nicht erst beim Aufbau.

Stellfläche und Sicherheitszone

Gerät

Laufband
2,0 x 0,9 m
Crosstrainer
2,0 x 0,7 m
Kraftmaschine
1,8 x 1,2 m
Kabelzugturm
2,0 x 1,5 m
Hantelbank mit Rack
2,0 x 1,5 m

Stellfläche

Laufband
4,5 m²
Crosstrainer
3,5 m²
Kraftmaschine
3,0 m²
Kabelzugturm
4,0 m²
Hantelbank mit Rack
5,0 m²

Fläche inkl. Sicherheitszone

Laufband
Crosstrainer
Kraftmaschine
Kabelzugturm
Hantelbank mit Rack
GerätStellflächeFläche inklusive Sicherheitszone
Laufband2,0 x 0,9 m4,5 m²
Crosstrainer2,0 x 0,7 m3,5 m²
Kraftmaschine1,8 x 1,2 m3,0 m²
Kabelzugturm2,0 x 1,5 m4,0 m²
Hantelbank mit Rack2,0 x 1,5 m5,0 m²

Hinter Laufbändern bleiben mindestens zwei Meter frei, damit niemand bei einem Sturz eingeklemmt wird. Seitlich sind rund 50 Zentimeter Abstand sinnvoll, damit kein Mitglied an ein laufendes Band greift.

Verkehrswege sollten mindestens einen Meter breit bleiben und nicht durch Geräte verengt werden. Fluchtwege und Notausgänge müssen jederzeit frei zugänglich sein, auch im Kursbetrieb.

Bei 400 Quadratmetern Nutzfläche bleiben nach Umkleiden, Sanitär, Kursraum und Theke oft nur 200 bis 250 Quadratmeter für Geräte übrig. Planen Sie diese Reserve von Anfang an ein.

Technische Voraussetzungen im Gebäude

Nehmen Sie Boden, Strom und Schall früh in den Blick. Ein Laufband erzeugt Körperschall, der in Wohngebäuden bis in untere Stockwerke dringt. Trittschalldämmung und ein geeigneter Bodenbelag sind deshalb wichtig.

Prüfen Sie die zulässige Flächenlast und die Punktlasten schwerer Kraftgeräte. In Obergeschossen brauchen Sie statische Nachweise, besonders bei Hantelablagen und Maschinen mit großen Gewichtsscheiben.

Laufbänder haben Motorleistungen zwischen 1,5 und 4 Kilowatt. Verteilen Sie elektrische Geräte auf mehrere Stromkreise und lassen Sie die Absicherung von einer Elektrofachkraft prüfen.

Achten Sie auf die Deckenhöhe. Über Laufbändern und Seilzügen sollten mindestens 2,50 Meter lichte Höhe bleiben, damit auch große Mitglieder sicher trainieren können.

Normen, Prüfpflichten und Betreiberpflichten

Für stationäre Trainingsgeräte gilt die Normenreihe DIN EN ISO 20957. Teil 1 beschreibt allgemeine Sicherheitsanforderungen, die weiteren Teile gelten für Kraftgeräte, Fahrradergometer, Laufbänder, Rudergeräte und Crosstrainer.

Der Normenausschuss Sport- und Freizeitgerät beim Deutschen Institut für Normung erarbeitet diese Anforderungen mit, nachzulesen beim NASG im DIN. Achten Sie beim Kauf auf Prüfzeichen wie das GS-Zeichen und auf eine CE-Kennzeichnung der elektrischen Komponenten.

Für den Betrieb ist die Betriebssicherheitsverordnung maßgeblich. Sie verlangt eine Gefährdungsbeurteilung, regelmäßige Instandhaltung und wiederkehrende Prüfungen der eingesetzten Arbeitsmittel.

Welche Fristen gelten, hängt vom Arbeitsmittel ab. Anhang 2 der Betriebssicherheitsverordnung nennt Prüfvorschriften für bestimmte Gerätegruppen und deren Fristen.

Elektrisch betriebene Geräte zählen zu den elektrischen Betriebsmitteln und sind wiederkehrend zu prüfen. Die Fristen leitet der Betreiber aus der Gefährdungsbeurteilung ab, üblich sind sechs bis 24 Monate.

Die DGUV erläutert in ihren Themenportalen, welche Anforderungen an Arbeitsmittel und an die Normung gelten. Diese Hinweise verbinden Betreiberpflichten mit der Geräteauswahl.

Anbieter, Preise und Beispielrechnung

Der Markt teilt sich in internationale Hersteller und europäische Anbieter. Zu den bekanntesten Marken zählen Life Fitness mit Sitz in Rosemont im US-Bundesstaat Illinois, Technogym aus Cesena in Italien und Precor aus Woodinville im US-Bundesstaat Washington.

Technogym listet in seiner Produktübersicht Spezifikationen, Stellflächen und Ausstattungsvarianten. Solche Datenblätter sind die Grundlage für Flächen- und Kostenplanung.

Deutsche und europäische Hersteller wie egym, gym80 aus Mülheim an der Ruhr und Hammer ergänzen das Feld, besonders bei Zirkel- und Kraftgeräten.

Preise hängen von Polsterqualität, Rahmenstärke, Elektronik und Serviceumfang ab. Die folgende Übersicht ist eine Beispielrechnung mit üblichen Marktpreisen netto, keine Preisliste eines Herstellers.

Einstieg netto

Laufband
ab 2.500 €
Crosstrainer
ab 1.500 €
Kraftmaschine
ab 1.800 €
Kabelzugturm
ab 2.500 €
Hantelset mit Rack
ab 1.500 €

Mittelklasse netto

Laufband
6.000 bis 12.000 €
Crosstrainer
3.000 bis 6.000 €
Kraftmaschine
2.500 bis 4.500 €
Kabelzugturm
3.000 bis 6.000 €
Hantelset mit Rack
2.000 bis 5.000 €

Beispielrechnung für ein Studio mit 400 Quadratmetern

Beispielrechnung 400 Quadratmeter

  • 40.000 € | 10 Kardio-Geräte
  • 36.000 € | 12 Kraftmaschinen
  • 10.000 € | 2 Kabelzugtürme
  • 6.000 € | Hanteln, Racks, Bänke

Dazu kommen Montage, Einweisung und Wartung, im ersten Jahr häufig fünf bis zehn Prozent des Kaufpreises. Bei einer vereinfachten Leasingrechnung über 48 Monate und fünf Prozent Effektivzins liegt die Monatsrate bei rund 2.100 Euro netto.

Ersatzteile, Strom und Reinigung verursachen laufende Kosten. Kalkulieren Sie diese Posten von Beginn an, sonst frisst die Ausstattung den Gewinn.

Ergonomie und Bedienung prüfen

Testen Sie jedes Gerät selbst, bevor Sie bestellen. Sitzhöhe, Einstellbereich, Griffposition und Hebelwege müssen zu Ihren Mitgliedern passen, nicht zu den Maßen im Prospekt.

Achten Sie auf verständliche Bedienelemente in deutscher Sprache und auf fein abgestufte Gewichtsstufen. Fünf-Kilogramm-Sprünge sind für Anfänger zu grob, zwei bis drei Kilogramm sind besser.

Prüfen Sie die Einstiegshöhe und die Zugänglichkeit für Menschen mit Einschränkungen. Die Länder regeln Barrierefreiheit in eigenen Gesetzen, öffentlich zugängliche Sportanlagen fallen häufig darunter.

Lassen Sie sich Referenzstudios nennen und sprechen Sie mit deren Betreibern. Fragen Sie nach Ausfallzeiten, Servicequalität und Zufriedenheit nach zwei Jahren Nutzung.

Barrierefreiheit und Inklusion mitdenken

Ein niedriger Einstieg und ein freier Transferplatz erhöhen die Nutzbarkeit für viele Mitglieder. Oberkörperergometer und Rollstuhl-Rollgeräte erschließen eine Zielgruppe, die andere Studios selten bedient.

Achten Sie auf breite Durchgänge, kontrastreiche Markierungen und rutschfeste Böden. Diese Maßnahmen kosten wenig und senken das Unfallrisiko im laufenden Betrieb.

Prüfen Sie vor dem Umbau, ob Fördermittel von Ländern oder Kommunen für barrierefreie Sportanlagen infrage kommen. Eine frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Stelle spart Kosten.

Digitalisierung und Trainingssteuerung

Trainingskarten, Chips und Apps steuern heute Sitzposition, Gewicht und Wiederholungen. Solche Systeme erhöhen die Bindung, verlangen aber Updates und einen zuverlässigen Service.

Achten Sie auf offene Schnittstellen, damit Sie nicht an einen Anbieter gebunden sind. Fragen Sie vor dem Kauf, welche Daten das Gerät liefert und wohin sie übertragen werden.

Bei der Auswertung von Mitgliederdaten gelten die Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung. Regeln Sie Zugriffsrechte und Löschfristen, bevor die ersten Trainingsdaten auflaufen.

Kaufvertrag, Lieferung und Garantie

Legen Sie Liefertermin, Aufbau, Inbetriebnahme und Einweisung schriftlich fest. Unklare Leistungsgrenzen führen bei Nachlieferungen regelmäßig zu Streit.

Die gesetzliche Mängelhaftung beträgt bei neuen Sachen zwei Jahre. Herstellergarantien sind oft kürzer, deshalb sollten Sie Garantiezeiten und Ersatzteilzusagen getrennt prüfen.

Vereinbaren Sie einen Zahlungsplan mit Anzahlung, Restzahlung nach Abnahme und Eigentumsübergang. Bei Leasingverträgen klären Sie, wer Versicherung und Reparaturen trägt.

In fünf Schritten zur Entscheidung

In fünf Schritten zur Entscheidung

  1. Bedarf erhebenMitgliederstruktur und Ziele in Zahlen
  2. Fläche planenGrundriss mit Sicherheitszonen
  3. Geräte testenProbetraining bei Händlern
  4. Angebote vergleichenLieferzeit, Garantie, Wartung
  5. Betrieb aufsetzenPrüffristen und Wartungsplan

Wartung, Ersatzteile und Verträge

Ein Wartungsvertrag ist keine Pflicht, aber wirtschaftlich sinnvoll. Achten Sie auf Leistungsumfang, Reaktionszeit und darauf, ob Verschleißteile enthalten sind.

Lassen Sie sich die Ersatzteilverfügbarkeit schriftlich zusichern, üblich sind acht bis zehn Jahre ab Kauf. Für Laufbänder im Dauerbetrieb ist das ein entscheidendes Kriterium.

Verschleißteile wie Laufmatten, Seilzüge, Polster und Handpulssensoren gehören in die Betriebskosten. Diese Posten summieren sich über fünf Jahre beträchtlich.

Trainer brauchen eine Unterweisung an den neuen Geräten. Dokumentieren Sie Unterweisungen, Mängelmeldungen und Prüfungen nachvollziehbar.

Gebrauchtkauf, Leasing und Restwert

Gebrauchte Geräte sind günstiger, aber selten ein Schnäppchen. Prüfen Sie Baujahr, Wartungshistorie und ob Ersatzteile noch lieferbar sind.

Leasing oder Mietkauf schont die Liquidität und hält die Technik kürzer im Haus. Bei Laufzeiten von 36 bis 60 Monaten passen Sie die Ausstattung danach an neue Trainingsformen an.

Beim Kauf ohne Finanzierung gehört das Gerät Ihnen, verliert aber schnell an Wert. Rechnen Sie mit einem Restwert, der nach fünf Jahren deutlich unter 30 Prozent des Neupreises liegt.

Prüfen Sie bei jeder Variante die Folgekosten: Wartung, Strom, Ersatzteile und Schulung. Diese Posten entscheiden über die Wirtschaftlichkeit stärker als der Kaufpreis.

Häufige Fragen

Welche Norm gilt für Trainingsgeräte im Studio?

Für stationäre Trainingsgeräte gilt die Normenreihe DIN EN ISO 20957. Teil 1 regelt allgemeine Sicherheitsanforderungen, Teil 2 Kraftgeräte, Teil 5 Fahrradergometer und Teil 6 Laufbänder.

Wie oft müssen Laufband und Ergometer geprüft werden?

Die Prüffristen legt der Betreiber auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung fest. Für elektrische Betriebsmittel sind sechs bis 24 Monate üblich, Sichtprüfungen erfolgen häufiger.

Was kostet ein Laufband für das Studio?

Studio-Laufbänder beginnen bei rund 2.500 Euro netto. Mittelklassegeräte mit längerer Garantie und höherer Dauerlaufleistung liegen bei 6.000 bis 12.000 Euro netto.

Woran erkennt man einen seriösen Anbieter?

Seriöse Anbieter nennen Normen, Prüfzeichen, Stellflächen und Ersatzteilzeiträume schriftlich. Sie liefern Referenzstudios und übernehmen Montage, Einweisung und Service.

Wie viele Geräte braucht ein Studio mit 500 Mitgliedern?

Orientieren Sie sich an den Spitzenzeiten, nicht an der Mitgliederzahl. Planen Sie so, dass in den stärksten zwei Stunden rund 70 Prozent der Geräte gleichzeitig genutzt werden können.

In diesem Leitfaden

  1. Trainingsgeräte auswählen im Vergleich für FitnessstudiosTrainingsgeräte auswählen im Vergleich: Life Fitness, Technogym, Precor und Matrix mit Kriterien für Preis, Service, Garantie und Prüfpflichten im Studio.
  2. Was kosten Trainingsgeräte für ein Fitnessstudio?Kosten Trainingsgeräte im Fitnessstudio: Richtwerte für Laufband, Crosstrainer und Kraftstation, Beispielrechnung für 25 Geräte und laufende Wartungskosten.
  3. Checkliste für die Gerätebeschaffung im FitnessstudioGerätebeschaffung Checkliste: Bedarfsanalyse, Budget, Normen nach DIN EN ISO 20957, Lieferzeiten und Finanzierung für Fitnessstudios in Deutschland.

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